Gastro-Tipp: Italienisch auch für Unerschrockene

Im Menta an der Lorettostraße ist rustikaler Stil angesagt, weiße Tischdecken oder Stoffservietten gibt es nicht. Ein Könner schiebt die Pizza in den Ofen, das Timing beim Nudelkochen stimmt: Meine Spaghetti kamen perfekt al dente auf den Teller.
Veröffentlicht am 22. November 2022
Restaurant Menta
Italienisch essen und ein bisschen Italienisch lernen - im Menta an der Lorettostraße in Unterbilk geht das. Foto: Andreas Endermann

Der Stil
Rustikal. Schnickschnack gibt es nicht, schon die Optik verheißt: Hier geht es um die Küche aus Italien, sonst nichts, basta. Dem für diesen Teil Düsseldorfs an der Lorettostraße typischen Publikum scheint es zu gefallen, alle Plätze sind besetzt. Sogar der letzte. Wir sind ohne Reservierung nur deshalb untergekommen, weil wir zusagten, nicht länger als anderthalb Stunden zu bleiben. Für eine Pizza und ein paar Nudeln reicht das.

Bilder an den Wänden – das ist in vielen Gastronomien ein heikles Thema. Ich habe da schon so manches gesehen, das besser einer Baumarkt-Tapete oder farbiger Raufaser Platz gemacht hätte. Das Menta („Minze“) bildet jedoch eine schöne Ausnahme: An den Wänden hängen kleine Zeichnungen, offenbar teilweise von Gästen, die so ihre Anerkennung ausdrücken. Das tun sie schon lange: Dieses Lokal gehört seit Jahren zum stabilen Fundament der Unterbilker Gastronomie. Ein großes Werk, das die Kartoffelpizza des Hauses preist, habe ich leider zu später wahrgenommen. Beim nächsten Mal – und ein nächstes Mal wird es geben – probiere ich sie. Was so liebevoll gemalt wird, muss gut sein.

Die Karte
Klein. Pizza, ein paar Sorten Pasta, Salate, Suppen, Dolce – man konzentriert sich offenbar auf das Wesentliche. Auch die Tageskarte ist angenehm überschaubar. Dazu gibt es einen kleinen Kurs „Italienisch für Anfänger, Fortgeschrittene und Unerschrockene“. Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, was „Hui, ist das scharf“ auf Italienisch heißt, sind sie im Menta richtig. Dort wird es Ihnen beigebracht: „Mamma mia! Così piccante!“ Sollten Sie die Spaghetti mit Limonenöl und Flusskrebsen um die Gabel wickeln, werden Sie diesen Satz brauchen. Und der Chef, Luigi Mazola, wird auf die Karte zeigen: Dort wird vorsichtshalber auf „piccante“ hingewiesen.

Das Essen
Überzeugend. Der Schinken auf meiner Pizza war tatsächlich welcher und kein Pressfleisch. Beim Spinat schmeckte man nicht allzu deutlich den Hauch von Knoblauch. Und der Teig des Fladens war so knusprig, dass die Krümeln munter vom Teller sprangen. (Beim nächsten Mal nehmen wir unsere Hündin Lotte mit, sie liebt das).

Oben erwähnte Spaghetti waren die sehr dünne Sorte, bissfest gekocht. Sie passten perfekt zu der leichten Sauce. Diese hier hatte einen deutlichen Nachbrenner, und zu meinem Erstaunen schwammen komplette Limonenscheiben darin. Versehentlich zerkaute ich eine und war von der frischen Note überrascht. Das Herunterschlucken hätte ich mir allerdings lieber erspart.

Der Service
Angenehm. Der Chef selbst wies uns einen Tisch an, schnell wurde die Bestellung aufgenommen und stand angemessen zeitig (nicht zu schnell, nicht zu langsam) vor uns. Dabei war man sachkundig freundlich, ohne aufdringlich zu wirken, so dass wir uns sehr wohlfühlten. Wie es eben sein soll.

Die Preise
Fair. Wir hatten eine Pizza, eine Portion Nudeln, eine Flasche Wasser und zwei Gläser Lugana (0,2 Liter). Dafür standen 41 Euro auf der Rechnung. Ich finde, da kann man heutzutage nicht meckern.

Fazit
Egal, ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Unerschrockene – wer Italiens Küche mag, fühlt sich im Menta wie zu Hause. Parkplätze sind in dieser Gegend allerdings knapp.

Informationen zum Restaurant

Menta Cucina, Lorettostraße 25, Telefon 0211 9304483, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 12 bis 14.30 & 18-23 Uhr, Samstag 18 bis 24 Uhr, Sonntag 18 bis 23 Uhr. Internetseite: www.menta-cucina.de


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