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Roger Klüh wird Opa und macht in Mode

Den Mann als polarisierend zu beschreiben, trifft es durchaus. Wie er ist, was er ist – darüber sind selbst die uneins, die ihn zu kennen glauben. Unter anderem ist er Sohn. Vater Josef baute ein Service-Unternehmen mit heute rund 60.000 Leuten auf. Von diesem Erfolg lebt auch Roger. Und kann so eigene Wege gehen.
Veröffentlicht am 31. Januar 2025
Roger Klüh mit Freundin Jessica Frühbrodt
Roger Klüh mit seiner Verlobten Jessica Frühbrodt vor ein paar Tagen auf der Wassersportmesse Boot in Düsseldorf. Foto: Wolfgang Harste

Zu erfahren, wo sich Roger Klüh gerade aufhält, ist meistens kein Problem. Fleißig bedienen er und seine Verlobte Jessica Frühbrodt den Appetit verschiedener Social-Media-Portale. Im offenen Bentley mit Havanna im Mund auf dem Weg nach Las Vegas. Oder im Cowboy-Outfit in den Weiten Montanas. Oder gekonnt wedelnd auf der Abfahrt des französischen Ski-Ortes Courchevel. Kurz bevor er diese Videos auf der Piste verbreitet hatte, war er in den schottischen Highlands. Dort zeigt er sich die Aug‘ in Aug‘ mit einem 16er Hirsch. Den er nicht etwa erlegt, sondern nur beobachtet und natürlich filmt. Nebenbei übt Jessica Tontaubenschießen und beweist Naturtalent: Beim ersten Schuss gleich ein Treffer. Ihr Ausbilder ist ein kerniger Typ, Ex-Mitglied der britischen Spezialeinheit SAS, was für Special Air Service steht. Roger mag sowas.

Klüh junior kommt ganz schön rum. Zeit genug dafür ist da, weil er dem väterlichen Unternehmen schon lange nicht mehr nahesteht. Jedenfalls nicht körperlich. Und das nötige Geld hat er sowieso. Tantiemen flössen regelmäßig, heißt es aus der Düsseldorfer Wirtschaft. Er selbst spricht weder über Geld noch über die Firma.

Mit anderen Worten: Dieser große Junge vorgerückten Alters mit mehr als schulterlangen Haaren genießt und führt ein Leben auf einer Art gigantischem Abenteuerspielplatz für diejenigen, für die das Alter eher eine Zahl und kein Zustand ist. Im Sommer wird er 60. Sein Kommentar: Ich bin kein Statistiker.

Neidlos müssen selbst außerhalb seiner Fangruppe lebende Leute zugeben, wie wenig man ihm sechs Jahrzehnte ansieht. Um die grauen Strähnen im üppigen Bart zu entdecken, muss man schon nahe rangehen. Das immer noch dichte braune Haupthaar ist nirgendwo schütter. Und wenn doch, kaschiert er das gut. Ein Leben auf der glatt gepflasterten Überholspur also.

Bald steht allerdings eine neue Herausforderung an, nicht zu beeinflussen mit Charme, Chuzpe, Macht oder Geld: Roger wird Opa. Täglich erwartet er die Nachricht, dass sein jüngster Sohn Jeffrey Papa und er damit Großvater wird. Ein Problem damit? Überhaupt nicht, wie er überzeugend versichert. Im Gegenteil. Er freut sich drauf, und das hört man. Um sofort an der Pampersfront stramm zu stehen, ist er Richtung Süden gereist, in Frankreich Skilaufen und wird umgehend nach St. Tropez starten, wo der Sohn mit seiner Partnerin lebt. Opa Roger möchte da sein, wenn der jüngste Nachwuchs in der Familie ankommt. Das passiert in diesen Tagen. Ach ja: Es wird ein Mädchen.

Und sonst? Montana war zuletzt das Traumziel. Der Grund dafür ist simpel. Die Netflix-Serie „Yellowstone“ zeigte ihm – wie vielen anderen – die traumhafte Landschaft dieses US-Bundestaates im äußersten Nord-Westen der USA. So groß wie Deutschland, so viele Einwohner wie Köln, also etwa eine Million. Da ist viel Platz für alle, die dem entfliehen wollen, was sie nervt. Roger gehört dazu. Er will Distanz zu Menschen, sucht die Einsamkeit. Wofür auch immer.

Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.

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