Pro und Contra: Sollte die Messe eine Rüstungsschau veranstalten?

Die Messe Düsseldorf möchte wie Paris und London Standort für eine Veranstaltung werden, bei der Unternehmen Verteidigungs- und Sicherheitstechnik präsentieren. Das hat der Vorsitzende der Messe-Geschäftsführung, Wolfram Diener, vergangene Woche in einer Talk-Runde gesagt. Oberbürgermeister Stephan Keller, der an der Spitze des Messe-Aufsichtsrats steht, unterstützt die Pläne (hier nachzulesen).
In der Stadt hat das Vorhaben unterschiedliche Reaktionen verursacht, im VierNull-Team auch. Deshalb veröffentlichen wir hier zwei Kommentare: einen mit den Pro- und einen mit den Contra-Argumenten.
Für eine Rüstungsmesse (Hans Onkelbach)
Nun plant Düsseldorf also eine Messe für Rüstungsgüter. Und um es vorwegzusagen: Ich halte das für richtig. Aber ich halte es auf keinen Fall für gut – gut ist der Umgang mit Waffen niemals. Ich sehe es mit Sorge. Gezwungen zu sein, mich damit auseinanderzusetzen, macht mir einerseits Angst, andererseits verursacht es eine zornige Entschlossenheit, nicht zu resignieren.
Ganz klar sehe ich die Notwendigkeit unseres Landes und unserer europäischen Nachbarn, gewappnet zu sein für einen Konflikt, womöglich für einen Krieg. Daher habe ich Respekt vor Verteidigungsminister Boris Pistorius und seiner für einen Politiker ungewöhnlich klaren Aussage „Deutschland muss kriegstüchtig werden.“ Leider stimmt das. Weil uns womöglich sonst das Ende unserer Kultur, unserer Freiheit und sogar unseres Lebens droht. Siehe Ukraine. Die hat bisher überlebt, weil sie vorbereitet war und sich wehrt. Um das zu erreichen, braucht man Waffen. Geschütze, Panzer und Granaten ebenso wie die Fähigkeit zur hybriden Kriegsführung. KI statt Kanonen.
Dass das Geschäft mit Kriegsgerät – digital und analog – derzeit Rekorde bricht, ist von bitterer Realität. Kriegsgewinner wird zur aktuellen Beschreibung von einzelnen Menschen, ganzen Gruppen, Ländern oder Städten. Wie Düsseldorf. Denn Krieg macht aus Eisen Gold. Der hier ansässige Rüstungskonzern Rheinmetall erlebt bis vor kurzem unvorstellbare Umsätze, der Aktienkurs explodierte regelrecht.
Das ist jetzt eine gemeine Stelle, den Text auszublenden, das wissen wir.
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